HumanVital-Klinik - Patientenauskunft

Patientenauskunft – Expertentipps

Hilfe zur Selbsthilfe – unter diesem Motto stehen unsere Expertentipps, die Sie unterstützen sollen, suchtartiges Arbeitsverhalten frühzeitig zu erkennen und mit geeigneten Maßnahmen etwas dagegen zu tun, bevor eine Therapie unumgänglich wird.

Bitte beachten Sie, dass ausgeprägte Formen des Arbeitswahns in jedem Fall eine stationäre oder ambulante Behandlung erfordern. Die hier aufgeführten Präventionsempfehlungen stellen dafür keinen Ersatz dar.

Bitte wenden Sie sich, falls nötig, vertrauensvoll an einen unserer Experten.

Al Ianate vom Safer Use Consultance Center, New York
Welche realen Risiken birgt Arbeit für meine Psyche?



Sie bewirkt eine Entfremdung der Persönlichkeit. Wie bei allen Drogen sind auch über Arbeit viele falsche Wirkungsversprechungen im Umlauf.

Viele Anbieter heben die rauschhaften Effekte von Arbeit hervor: Erhöhung der Kaufkraft, stärkeres Selbstbewusstsein, neue Erfahrungen und Erlebnisse. Die Kehrseite ist jedoch, dass ihre Entscheidungsfreiheit und Handlungssouveränität zunehmend eingeschränkt wird, je mehr sie von Arbeit abhängen. Können Sie bei Beschäftigungen in ihrer Freizeit noch selbst bestimmen, ob und wozu sie etwas machen, ist das wenn man auf Arbeit ist meist nicht mehr der Fall. Sie sind „angestellt“ und müssen vorgegebene Aufgaben erfüllen. Da hilft dann auch keine Kaufkraft und kein Selbstbewußtsein mehr.

Deshalb: Bleiben sie sensibel und ehrlich wenn Sie sich die Frage nach ihrem Lebensmittelpunkt mal wieder stellen und sehen sie sich nach Hilfe um, wenn sie merken, dass Arbeit den zentralen Stellenwert in ihrem Leben hat.

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Pastorin Dr. theol. Sarah Leander, Ökumenisches Bildungsforum, Castrup-Rauxel
Arbeitswahnfrei leben als gläubiger Christ – wie?

Situation
Als gläubiger Christ haben Sie es heute nicht leicht, ein Gott wohlgefälliges Leben zu führen. In der Bibel lesen Sie: „Du sollst im Schweiße deines Angesichts arbeiten“, doch Ihre Gewerkschaft hat gerade gegen Ihren Willen die 10-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich sowie den Einbau einer neuen Klimaanlage im Großraumbüro der Firma durchgeboxt. Dabei schieben Sie doch schon seit Jahren freiwillig unbezahlte Überstunden und verzichten auf die Hälfte Ihres Urlaubs.

Kurzdiagnose
Sie befinden Sie sich in einem eklatanten Konflikt: Auf der der einen Seite ist Ihnen klar, dass Sie schwer arbeitswahnsinnig sind und unbedingt von der Jobdroge herunterkommen müssen. Auf der anderen Seite verbietet Ihnen die Bibel das faule Herumhängen in den Wohlstandsmatten, und Sie fühlen sich nun als reuiger Sünder. Sie leiden immer stärker unter diesem Dilemma und wissen nicht mehr, was Sie tun sollen.

Präventionsempfehlung
Melden Sie sich umgehend bei einem evangelisch oder katholisch geführten Fitnessclub an, je nach Religionszugehörigkeit. Trainieren Sie mindestens sechsmal die Woche fünf Stunden oder mehr. Nehmen Sie die Bibel mit, absolvieren Sie Ihre Einheiten auf dem Fahrradtrainer oder der Step-Maschine und lernen Sie dabei Kapitel für Kapitel auswendig. Das Schwitzen von Körper und Geist tut Ihnen gut und ist Gott zum Wohlgefallen. Lassen Sie sich unbedingt die absolvierten Trainingseinheiten von einem Befugten des Fitnessclubs quittieren.

Als evangelisches Kirchenmitglied sammeln Sie die Trainingsnachweise und senden diese einmal pro Monat an das Gemeindebüro. Vereinbaren Sie mit dem Pastor einen regelmäßigen Telefontermin, um die auswendig gelernten Kapitel aufzusagen. Wenn Sie 100 Kapitel fehlerfrei beherrschen, erhalten Sie die Vokation zum Laienprediger und sind zum Ausüben des Predigtdienstes und der Sakramentsverwaltung in Ihrer Gemeinde berechtigt.

Wenn Sie katholisch sind, gehen Sie zur wöchentlichen Beichte, legen die Traingsnachweise vor und sagen unaufgefordert die gelernten Kapitel auf. Ihr Pfarrer erteilt Ihnen darauf die Absolution und bucht für jedes fehlerfrei aufgesagte Kapitel einen Erlösungspunkt, der am Ende Ihres Lebens von Ihrem Sündenkonto abgezogen wird. Wenn Sie 100 Punkte angesammelt haben, kommen Sie in den Himmel.

Auf diese Weise bekämpfen Sie wirkungsvoll Ihren Arbeitswahn, kommen wieder in Einklang mit den Ihnen auferlegten christlichen Geboten und können ein erfülltes Leben führen.

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Sozialpädagogin Ursula Pfanne-Leier, Institut für Arbeitsökonomik, Dresden
Mein Kind ist karrieregeil.



Situation
Ihr Kind hat vor kurzem ein Studium begonnen. Schon nach kurzer Zeit stellen Sie merkwürdige Veränderungen in der Persönlichkeit fest. Statt mit schmuddeligen Jeansklamotten läuft Ihr Sohn/Ihre Tochter nur noch im feinen Business-Outfit herum, in der Tasche finden Sie goldkantenverzierte Visitenkarten aus edlem Leinenpapier, und vor kurzem kam die Amex-Platinum-Kreditkarte per Post an. Sie befürchten nun, daß Ihr Kind karrieregeil ist.

Kurzdiagnose
Ihre Sorgen sind mehr als begründet. Karrieregeilheit ist die Vorstufe, aus der sich bei ungünstiger Konstellation ein krankmachender Arbeitswahn entwickeln kann. Äußere Veränderungen wie die oben beschriebenen deuten darauf hin, daß Ihr Kind in schlechte Gesellschaft geraten ist. Oft sind es überehrgeizige Hochschullehrer, die ihre Zöglinge allzu intensiv fördern, oder aber der negative Einfluß von bereits erkrankten Kommilitonen hat auf Ihr Kind abgefärbt. Eventuell haben Sie auch Ihrem Kind nicht ausreichend vorgelebt, wohin das alles führen kann.

Präventionsempfehlung
Studiengänge wie Betriebswirtschaftslehre, Rechtswissenschaften, Medizin, Ingenieurwissenschaften und viele andere sind potentielle Karrierefächer und bergen ein hohes Risiko, im späteren Berufsleben an Arbeitswahn zu erkranken. Drängen Sie deswegen Ihr Kind, unbedingt den Studiengang zu wechseln. Schlagen Sie ihm krankheitsresistente Studienfächer wie z.B. kyrillische Linguistik der Frühzeit, neukaledonische Kulturwissenschaften oder lyrische Musikforschung vor. Als Mindestes sollten Sie Ihr Kind dazu bewegen, auf eine Hochschule mit einem niedrigeren Ranking-Index zu wechseln. Verleihen Sie Ihrem Anliegen Nachdruck, indem Sie eine höheren monatlichen Scheck in Aussicht stellen, sollte Ihr Kind darauf eingehen.

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Mediationsfachmann Dr. Iman Aller
Was tun, wenn Ihnen Arbeit angeboten wird?



Denken Sie daran, dass die meisten Angebote von Menschen kommen, die selbst abhängig sind und Sie sie mit einer schroffen Ablehnung auch persönlich brüskieren. Gute Erfahrungen haben wir damit gemacht, Gegenfragen zu stellen und somit sein Gegenüber selbst auf Ideen zu bringen: Glauben sie wirklich, dass die Arbeit den Aufwand lohnt? Und wenn die Arbeit nicht gemacht wird? Wie kommen sie darauf, mir öffentlich Arbeit anzubieten, finden sie das nicht ein bisschen unhöflich? Sehe ich so abhängig aus? Können sie mir nicht lieber was Netteres anbieten?

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Lars Disonnerein vom Institut für Entwahnung, Heidelberg
Deine Eltern erklären dir ständig, dass sie keine Zeit für dich haben, weil sie sich von der Arbeit erholen müssen?

Hier hilft nur eins; nämlich nicht auf die Eltern zu hören. Vielleicht musst du dich auch erholen von der Einsamkeit, wenn deine Eltern tagsüber arbeiten!?

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Arbeitspsychologieexperte Herbert Herbertson, Insitute of Social Intelligence, Stockholm
Das „Ich-bin-das-Produkt“-Syndrom.



Situation
Stehen Sie begeistert hinter Ihrer Firma und identifizieren sich mit Haut und Haaren mit den Produkten? Träumen Sie schon nachts davon, mit welchen Argumenten Sie am nächsten Tag Ihre Kunden überzeugen wollen? Können Sie dem Drang nicht widerstehen, auf jeder Privatfeier Angehörige und Freunde mit dem neuesten Produktkatalog Ihrer Firma zu belämmern? Dann leiden Sie unter dem „Ich-bin-das-Produkt“-Syndrom.

Kurzdiagnose
Undistanziertheit und völlige Identifikation mit der Firma und den Produkten sind schädlich für Ihre Gesundheit und zerstören die Sozialbeziehungen zu Familie, Freunden und Bekannten. Wenn Sie so weitermachen, werden Sie eines Tages völlig den Bezug zur Realität verlieren und nicht mehr zwischen Ihrer Persönlichkeit und der Arbeit unterscheiden können. Langfristige Folgeschäden sind die Regel.

Präventionsempfehlung
Machen Sie sich bewusst, dass jedes Produkt nur das Ergebnis von Marketing und Werbung ist – und nicht Sie. Was Sie dringend brauchen, ist mentale Distanz und ein neuer Anfang, der Sie wieder auf den rechten Weg bringt. Die nachfolgende Anleitung unterstützt Sie dabei.

Holen Sie aus dem Kleiderschrank Ihre Markenoberhemden heraus und entfernen mit einer scharfen Schere sorgfältig die Markenlogos. Beauftragen Sie eine Stickerei mit der Anfertigung von Stofflogos mit der Aufschrift „Ich bin ich“ und geben die Hemden zu einer Näherei in Ihrer Umgebung, um die Stofflogos an die alte Stelle einnähen zu lassen. Sammeln Sie die herauschnittenen Markenlogos in einer Zigarrenkiste oder dergleichen und graben Sie diese in Ihrem Garten mit einer kleinen Zeremonie ein. Auf dem nächsten Meeting tragen Sie dann Ihr bestes Hemd mit dem neuen „Ich-bin-ich“-Logo.

Verfahren Sie auf gleiche Weise mit Markenhosen, Markenpullovern usw.

(Übersetzung von Dr. soz. päd. Heike Adelheit Schönwort)

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Sozialtoxikologe Paul Lafarkt
Ihre Sucht pumpt ihren Körper schon aus und ihre Chefin drückt ihnen noch mehr Arbeit auf?



Höchste Eisenbahn professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, bevor Sie noch auf zusätzliche Drogen zurückgreifen.

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